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Forenthema: Unterschied Anwaltsnotar / Nur-Notar

» Forum: Berufsrecht

Unterschied Anwaltsnotar / Nur-Notar

Beitrag von:
Stef
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Beiträge: 24

geschrieben am 02.08.2006 um 17:01 Uhr

Hallo an alle,

vielleicht liest hier auch jemand mit, der beide Arbeitsbereiche kennt und zwar im Anwaltsbüro aber auch im Nur-Notariat gearbeitet hat. Mich würde interessieren, ob es hier gravierende Unterschiede in der Abwicklung / Methodik gibt oder ob ich da nichts anderes zu erwarten habe.

Mir kommt es immer etwas so vor, als wären die Anwaltsnotare bei den Nur-Notaren nicht sonderlich angesehen. Leider, dabei arbeiten wir hier auch völlig eigenständig vom Anwaltsbereich sind mit großer Sorgfalt und Seriösität bei der Arbeit. Da ich aber gerne in ein Nur-Notariat aufgrund der Weiterbildungsmöglichkeiten, wechseln würde, bin ich auf Meinungen gespannt.

LG,
Steffi

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Beitrag von:
Udo
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Beiträge: 73

geschrieben am 02.08.2006 um 17:26 Uhr

Hallo Stef!

Also ich habe zehn Jahre im Anwaltsnotariat in Kassel gearbeitet. Während dieser Zeit war ich fast ausschließlich nur im Notariat tätig, den Anwaltsbereich habe ich nur zur Zeit meiner Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachgehilfen kennen gelernt und danach etwas im Bereich der Zwangsvollstreckung.
Nach 10 Jahren habe ich mir dann gedacht, also wenn ich sowieso nur im Notariat arbeite, dann kann ich ja auch ins Nur-Notariat wechseln. Also gesagt, getan!

Ich bin nach Bayern ins Nur-Notariat gewechselt und habe mich nach ein paar Tagen gefragt, was ich eigentlich die Jahre davor gemacht habe???
Die Umstellung war für mich schon enorm, viele Bereiche bei der Gestaltung der Urkunden, die vorher eher als nebensächlich betrachtet wurden (z. B. Erschließungsregelungen, Grunddienstbarkeiten) waren in Bayern auf einmal schlichtweg das wichtigste Thema, die Gestaltung der Urkunden war auch völlig anders und ich hatte auf einmal in allen Bereich mit allen möglichen Urkundsgeschäften zu tun, Erbbaurechte, Verträge mit Städten, Kreisen, dem Bund, Kirche etc.; ebenso Gesellschaftsrecht, Familienrecht, Erbrecht. Alles eben auch im viel größeren Umfang, da einfach mehr Urkunden errichtet wurden. Im Anwaltsnotariat verteilt sich so etwas ja häufig auf mehrere Büros, da die Anzahl der Notare einfach größer ist. Im Nur-Notariat ist es eben konzentrierter. Aber ich denke, nach einer Eingewöhnungszeit kommt man damit gut zurecht, zumal die Nur-Notare meiner Kenntnis nach auch immer über eine gute Mustersammlung verfügen (oder zumindest verfügen sollten). Von der Abwicklung der Urkunden her haben sich eigentlich keine großen Unterschiede ergeben. Nur die Software dürfte eine andere sein, vorher vielleicht RA-Micro, jetzt dann eben nur noch eine reine Notarsoftware, aber ich glaube von der Bedienung her ergeben sich keine Besonderheiten. Letztendlich ist es zwar eine große Umstellung, aber durchaus zu bewältigen und man lernt auf jeden Fall eine Menge.

Wenn Du sowieso mehr im Notariat arbeitest und Dir das auch Spaß macht, dann kann ich Dir nur empfehlen, in ein Nur-Notariat zu wechseln.

Falls Du noch mehr wissen möchtest, gib mir einfach Nachricht.

Viele Grüße

Udo

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Beitrag von:
Stef
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Beiträge: 24

geschrieben am 02.08.2006 um 18:25 Uhr

Hallo Udo,

eine Anm. am Rande, schade das man den voherigen Beitrag nicht mehr sehen kann, oder mache ich etwas falsch?

Ich arbeite tatsächlich nur im Notariat als Alleinkraft und könnte nun evtl. in ein Nur-Notariat wechseln, das erste Gespräch gab es schon. Natürlich frage ich mich, ob ich dort zurecht komme. Du hast schon enige Unterschiede angemerkt, die auch mir aufgefallen sind, wir verwenden hier z.B. RA-Micro, im Nur-Notariat gab es eine andere Software. Welche gibt es so?

Weiter wurde mir berichtet, dass wohl die Bespr. auf Band diktiert werden. Hä, was ist das? Sicher kenne ich Bandschreiben - kommt aber in unserem Notariat vielleicht 3mal jährlich vor und dann sind es Schreiben ans Gericht. Ich bekomme lediglich handschriftliche Notizen auf einem Blatt und fertige daraufhin die Entwürfe an oder halte die Bespr. direkt mit der Mandantschaft... Wie wird es also sein, wenn ich vom Band arbeite, was wird darauf alles diktiert, auch zusätzliche Erklärungen?

Hier haben hier natürlich viel wenigere Urkundsbereiche, ich z.B. habe noch keine Einlieferungsverträge, um nur ein Beispiel zu nennen, angefertigt. Ich hatte bisher nur zwei Fälle, wo ich das IPR anwenden musste oder einen Fall mit Insolvenzverwaltung. Ich denke, im Nur-Notariat wird so einiges auf mich zukommen, alleine schon von der Masse an täglicher Bearbeitung her. Aber dafür denke ich, bin ich eben auch sehr fit in Übertragungs-/Kaufverträge, Erbschaftssachen, Vorsorgevollmachten etc.pp., der Rest kommt dann sicher alles von allein.

Und, was mir auffiel, Mandantenverkehr habt ihr als solches nicht? Im Nur-Notariat ist wohl alles mehr unterteilt, Arbeitskräfte für Telefon, Botengänge, Kopieren... ich muss hier immer noch wahrlich "jonglieren" und denke, dass ihr im Nur-Notariat den Vorteil habt, Ruhe zu haben.

Grüßle
Stef

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Beitrag von:
Udo
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Beiträge: 73

geschrieben am 03.08.2006 um 13:56 Uhr

Hey,

also es gibt schon eine Reihe von reiner Notarsoftware, so z. B. Trigon Data, Arno-Top, pronotar. Aber ich denke, die nehmen sich alle nicht viel, da mag die Oberfläche eine andere sein, aber grundsätzlich in der Handhabung sind die wohl alle gleich, zumal die Funktionen ja nicht so umfangreich sein müssen wie im Anwaltsbereich. Aber wenn Du mit RA-Micro zurecht kommst, dann ist eine andere Anwendersoftware bestimmt kein Problem für Dich.


Bandschreiben im Notariat kenne ich auch nicht , macht m. E. auch nur dann Sinn, wenn man als Notar keine selbständig arbeitenden Angestellten hat, ansonsten ist es ja eher so, dass viele Entwürfe von den Mitarbeitern völlig selbständig vorbereitet und abgewickelt werden, von daher halte ich von Diktieren auch nichts. Ich kenne aber auch noch vereinzelte Büros, in denen das vorkommt, die haben dann nur reine Schreibkräfte, die alles nach Anweisung abarbeiten, aber so etwas sollte die Ausnahme sein und bleiben. Im Übrigen wollen wir selbstsändig arbeiten!

Also wir hier sind ein recht großes Büro, über zehn Mitarbeiter, da hat jeder seinen eigenen Platz und es besteht eine feste Regelung für Telefon, Empfang, Botengänge etc. Lediglich während der Urlaubszeit oder bei Krankheit kommt etwas Unordnung in den Laden

Was nun letztendlich besser ist, im Nur-Notariat zu arbeiten oder als alleiniger Notarmitarbeiter in einem Anwaltsnotariat ist wohl schwerlich zu beantworten, das hängt sicherlich auch sehr stark von dem einzelnen Büro ab. Ich kenne eine Kollegin im Anwaltsnotariat mit ca. 400 Urkunden im Jahr, die ist dort die glücklichste Frau auf der Welt, hat halt supi Kollegen und einen supi Chef. Also warum dann wechseln, wo sie doch auch nur im Notariat arbeitet?!

Aber letztendlich glaube ich schon, dass man im Nur-Notariat als Angestellter auf lange Sicht besser dran ist und auch mehr lernt.

Liebe Grüße Udo

P. S. den vorherige Beitrag kann ich auch nicht sehen, ich glaube aber, wir machen nix falsch

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Beitrag von:
Stef
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Beiträge: 24

geschrieben am 04.08.2006 um 09:00 Uhr

Hallo,

ich denke auch, dass es von RA-Micro nicht solch eine große Umstellung sein kann. Wir bekamen hier einmal Pactum vorgestellt, haben uns aber nicht dazu entschlossen, da sich eine eigene Notariatssoftware bei uns doch nicht rentieren würde.

Selbstständig zu arbeiten, ist eigentlich auch mein Wunsch und auch mein Eindruck bisher von den Nur-Notariaten gewesen, deswegen hat mich diese Handhabung etwas überrascht. Aber ich denke, das kann man sicher machen, wie man möchte, zu mal ich eben bisher höchstens ein paar handschriftliche Notizen als Vorlage für den Entwurf hatte.

Schaun wir mal.

LG,
Steffi

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Beitrag von:
Udo
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Beiträge: 73

geschrieben am 04.08.2006 um 09:37 Uhr

Nochmal Hallo!

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück und Erfolg!!!Toi, Toi, Toi

Kannst ja dann bei Gelegenheit nochmal berichten, wo Du dann gelandet bist.

Tschau

Udo

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Beitrag von:
Isabell
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Beiträge: 115

geschrieben am 04.08.2006 um 12:19 Uhr

Hallo Stef,

ein Wechsel ins Nurnotariat ist bestimmt spannend. Aber als kleinen Tip, versuch ein oder zwei Tage in dem Notariat zu hospitieren. Das gibt Dir einen Eindruck, was auf Dich zukommt. Denn es gibt wirklich Notare die Ihre Besprechungen diktieren. Mir ist das mal passiert. Die Besprechung sollte ich vom Band runterschreiben und danach den Entwurf fertigen. Das war verdammt mühselig, weil auch so furchtbar lang und kleinlich diktiert wurde. Hat mir überhaupt keinen Spass gemacht, war einfach schrecklich. Lang war ich dort nicht. Jetzt ist alles bestens und ich kann wieder so arbeiten, wie ich es gelernt habe, nämlich überwiegend selbstständig.

Gruß Isabell

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Beitrag von:
Stef
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Beiträge: 24

geschrieben am 07.08.2006 um 13:49 Uhr

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Stef am 07.08.2006 um 13:50 Uhr ]

Hallo Isabell,

danke für deinen Beitrag. Ich werde versuchen, ob ich nicht zumindest einen Tag Praktikum anbieten kann, ist leider sehr schwer, da ich eben vollzeitbeschäftig bin und mögliche Stellen in einer ganz anderen Region liegen, aber was man nicht alles auf sich nimmt, um das Richtige zu finden.

LG,
Steffi

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Beitrag von:
John/Jane Doe

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geschrieben am 07.08.2006 um 20:19 Uhr



Stef schrieb:

...aber was man nicht alles auf sich nimmt, um das Richtige zu finden.
Die Einstellung finde ich super. Immerhin viel besser, als irgendwo zu "versauern" und irgendwann den verpassten Chancen hinterher zu trauern.

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