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Forenthema: Elektronischer Rechtsverkehr

» Forum: Das "elektronische" Notariat

Elektronischer Rechtsverkehr

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Beitrag von:
John/Jane Doe

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geschrieben am 20.02.2007 um 20:09 Uhr



Isabell schrieb:

Hallo Schreibsklave,

ich würde vorschlagen du programmierst ein neues Prgramm und stellst es dann kostenfrei zur Verfügung. Dann wären alle Probleme gelöst. Ist ja so einfach.

Nichst für ungut, Grüße Isabell

Hallo Isabell,

nichts für ungut, aber mein Anliegen ist es, daß die Software von der BNotK den Notaren kostenlos zu Verfügung gestellt werden sollte. Mit den Kammerbeiträgen wäre das sicher finanzierbar gewesen (unterstelle ich).

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Beitrag von:
John/Jane Doe

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geschrieben am 20.02.2007 um 20:45 Uhr

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Schreibsklave am 21.02.2007 um 07:00 Uhr ]



Udo schrieb:

Hallo Schreibsklave!

Ich weiß nicht so richtig, was Dich da geritten hat, aber sämtliche Argumente kommen doch aus einem sehr begrenzten Horizont. Den Notaren wird doch schon seit Jahren in vielen Bereichen der Schneid abgekauft und gerade im Bereich des Gesellschaftsrechtes. Da sind uns doch die Rechtsanwälte um Längen voraus. Es gibt seit Jahren Gespräche, bei denen es nur darum geht, den Notaren ihre Monopoltätigkeit zu entziehen, das gilt im Gesellschaftsrecht genauso wie im Grundstücksrecht (z. B. bei Grundschulden). Das EHUG ist in diesem Zusammenhang ein Segen für die Notare in diesem Land!!! Dadurch kann der Stand insgesamt nur gestärkt werden!!! Und was spielt denn hier die Mehrarbeit und etwaige Kosten für eine Rolle??? Wenn demnächst der Europäische Gerichtshof entscheidet, dass die Notartätigkeit nicht mehr allein durch einen deutschen Staatsangehörigen ausgeführt werden kann, dann wirst vielleicht auch DU Dir mal Gedanken über einen neuen Job machen müssen!!!

Schöne Grüße

Udo

Wahrlich zeugt Dein persönlicher Ton von sehr großem "Horizont", obwohl ich hier im Forum keinen persönlich angegriffen habe sodern nur versucht habe, das derzeit gegebene System der elektronischen Registererfassung kritisch anzusprechen. Vielleicht war mein Ton ziemlich scharf - aber nur in Bezug auf die Sache. Außerdem begebe ich mich nicht auf das unterste Niveau und greife hier die Leute persönlich an.


Zurück zum Thema:
Die Entscheidung des EUGH soll also ein Segen für die Notare sein bzw. die nichtbezahlte Mehrarbeit soll also auch keine Rolle spielen? Das was sich die BNotK da geschnitzt hat, sollte zumindest eine Änderung der Kostenordnung herbeiführen, wie etwa die Hinzufügung eines neuen Paragraphen (z.B.: "elektronische Registererfassung"). Was spräche dagegen?

Und was haben Anwälte in Bezug auf Gesellschaftsrecht den Notaren voraus? Nicht alle wissen von den Dingen, die Du ansprichst. Also bring' bitte mal genauere Infos dazu. Danke.

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Beitrag von:
Udo
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geschrieben am 21.02.2007 um 18:08 Uhr

Hallo!

Was die Änderung der Kostenordnung angeht, ist die doch schon längst in der Diskussion. Aber viele zusätzliche Tätigkeiten im Rahmen des elektronischen Rechtsverkehrs können doch auch heute schon zusätzlich abgerechnet werden, ohne dass es dazu einer Änderung der Kostenordnung bedarf (vergl. hierzu MittBayNot Ausgabe 5/2006 und 1/2007 und Tiedtke in Notarkosten im Grundstücksrecht, 2. Auflage, ZAP-Verlag).
Nachdem nunmehr im Rahmen der Föderalismursreform die Gesetzgebungskompetenz weiterhin beim Bund verbleibt, ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber nunmehr zeitnah eine Reform der Kostenordnung angeht. Zu erwarten ist hier eine Angleichung an das RVG und GKG.
Aber wie gesagt, wir können auch jetzt schon das Einscannen von Fremddokumenten, die elektronische Abschrift einer Datei, die Übernmittlung von elektronischen Dateien etc. berechnen. Selbst die Erzeugung der XML-Strukturdaten für das Handelsregister kann nach einer inzwischen doch recht weit verbreiteten Meinung gesondert berechnet werden. Also, so viel muss gar nicht in der KostO geändert werden.

Was das Gesellschaftsrecht und die Rechtsanwälte angeht, ist es doch heute oft so, dass der Notar seitens der Gesellschaften eher als lästig denn als sinnvoll angesehen wird. Was ist denn der Grund dafür, dass viele Beurkundungen im Ausland vorgenommen werden??? Wir in unserem Notariat erhalten sehr häufig vollständig vorbereitete Urkundsentwürfe von weltweit tätigen Gesellschaften, die ausschließlich durch die beteiligten Rechtsanwälte vorbereitet und koordiniert werden, an denen wir gar nichts, noch nichtmal im Bereich der Rechtschreibung oder Kommasetzung, eine Änderung ohne vorherige Rücksprache mit allen Beteiligten vornehmen dürfen. Da sitzen dann Juristen bei der Beurkundung, die nun wirklich keine Belehrung mehr bedürfen. Bei diesen Beurkundungen ist aus meiner Sicht verständlich, dass die Beteiligten es nicht so ganz nachvollziehen können, warum sie dem Notar die Gebühren von regelmäßig mehr als € 8.000,00 zahlen müssen, obwohl der Notar inhaltlich gar keine Arbeit verrichtet hat, selbst wenn wir wollten, ist dies mit Rücksicht auf alle Beteiligten oft gar nicht zu erreichen. Hier ist es so, dass der Notar allein dazu dient, dem Formerfordernis genüge zu tun (ich musste mir da schon häufig anhören, warum denn der Notar fürs Vorlesen soviel Geld bekommt). Vor diesem Hintergrund gibt es immer wieder Anläufe, die Tätigkeiten des Notars auf diesem Gebiet zurückzudrängen. Auch die Abwicklung derartiger Urkunden kann heutzutage häufig von den Rechtsabteilung der beteiligten Gesellschaften selbst übernommen werden. Da sitzen teilweise Volljuristen, die den ganzen Tag Gesellschaftsrecht rauf und runter bearbeiten und jede Entscheidung und jeden Aufsatz dazu lesen und nachhalten.
Solange das Handelsregister noch bei den Amtsgerichten geführt wird, wozu ja auch das elektronische Handelsregister seinen Betrag führt, bleibt zu hoffen, dass der Notar im Rahmen des Gesellschaftsrechtes nicht ausgebotet wird. Sollte es aber tatsächlich mal dazu kommen, dass das Handelsregister bei der IHK geführt wird, was ja auch schon häufig angesprochen wurde, möchte ich meine Hand für das weitere Mitwirken des Notars nicht ins Feuer legen.

Mir ging es übrigens nicht ums Persönliche, sondern mal sollte vielleicht, bevor man seine Meinung in der von Dir wiedergegebenen Weise vom Stapel lässt, auch die Objetivität nicht ganz aus dem Auge lassen. So wie ich das derzeit, auch mit Rücksicht auf das u. U. anstehende Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union sehe, sollten wir alle dazu beitragen, dass unser Berufsstand und der der Notare gestärkt wird, auch wenn man dabei nicht jede neue Tätigkeit gesondert berechnen kann.

Servus und einen schönen Abend aus dem Bergischen

Udo


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Beitrag von:
John/Jane Doe

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geschrieben am 21.02.2007 um 21:54 Uhr

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Schreibsklave am 21.02.2007 um 21:55 Uhr ]

Hallo Udo,


danke für die Erklärungen.

Wobei wir auch fremd-vorbereitete Urkunden nach der KostO in voller Höhe abrechnen, als hätten wir die Entwürfe selber geschrieben. Und dagegen können Beteiligte nichts sagen (auch wenn sie "meinen", der Notar verlange sein Geld "nur für's vorlesen"). Der Notar hat schließlich eine Belehrungspflicht etc. bei Beurkundungen zu wahren und gerade bei fremd-vorbereiteten Urkunden muß er schon mal ein Auge mehr auf die zu verlesende Urkunde werfen, um die Beteiligten (und letztlich auch sich selber) rechtlich abzusichern. Demnach tun sich Leute im Endeffekt keinen Gefallen, wenn sie selber Urkunden zur Beurkundung vorlegen. Es kommt aber auch schon mal vor, daß der Urkundsentwurf nicht vom amtierenden Notar selber vorbereitet und geprüft wurde, und daß die Beteiligten dennoch auf die Beurkundung bestanden. Das muß dann aber zwingend in die Urkunde aufgenommen werden. Aber auch dieser Zusatz entbindet die Erschienenen nicht von der Zahlung der vollen Kosten gemäß KostO (habe zu später Stunde leider keine §§ zur Hand...).

Der Hinweis auf die MittBayNotK 5/2006 und 1/2007 war hilfreich.

Tja... die Entziehung der Befugnisse (wenn man es denn so nennen könnte) der Notare ist - wie gesagt - eine miese Masche. Wenn man sich mal die Personalorganisation oder auch mal die zunehmende Organisation der Gerichte anschaut, kann einem zunehmend schaudern (z.B.: Einstellungsstop, befristete Arbeitsverträge [die nur auf Antrag verlängert werden können], geschäftsbereichübergreifende Wahrnehmung von Aufgaben bzw. Erweiterung des Aufgabenbereichs). Und nicht zu sagen - wie Du es schon angesprochen hast - die Zentralisierung der Verwaltung von Gerichtsbereichen.

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Beitrag von:
Heijura
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geschrieben am 21.02.2007 um 22:29 Uhr



Schreibsklave schrieb:

<font color=#AB2929>[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Schreibsklave am 21.02.2007 um 21:55 Uhr ]</font>

... Wenn man sich mal die Personalorganisation oder auch mal die zunehmende Organisation der Gerichte anschaut, kann einem zunehmend schaudern (z.B.: Einstellungsstop, befristete Arbeitsverträge [die nur auf Antrag verlängert werden können], geschäftsbereichübergreifende Wahrnehmung von Aufgaben bzw. Erweiterung des Aufgabenbereichs). Und nicht zu sagen - wie Du es schon angesprochen hast - die Zentralisierung der Verwaltung von Gerichtsbereichen.



Genau das ist es aber was unsere Arbeitsplätze im Notariat derzeit stärkt, insbesondere auch durch das elektronische Handelsregister. Durch diese "dämliche" Eingebemaske "XNotar" machen wir doch im Prinzip die Arbeit der Geschäftstellenbeamten und -angestellten des Gerichtes mit.

Ich habe neulich mit einer hiesiegen Richterin beim Handelsregister gesprochen. Diese schaut sich die von einem Notariat eingehenden Daten nur noch an. Vergleicht diese stichprobenartige mit den beigefügten elektronisch beglaubigten Daten der Urkunde, drückt dann einen Knopf und schwupps die Sache ist im HR eingetragen.

Früher oder später werden die Geschäftstellenmitarbeiter bei den Gerichten komplett abgeschafft und es sitzen dann nur noch vereinzelte Rechtspfleger und Richter bei den Amtsgerichten und segnen die von uns eingegebenen Daten ab!

Und genau das wird es in ein paar Jahren auch bei den Grundbuchämtern geben. Die öffentliche Hand wird durch diese Maßnahmen unmengen an Gehältern einsparen und Angestellte entlassen. Diese Arbeit wird derzeit auf die Notare "abgewälzt", was uns zwar mehr und vielleicht auch teilweise unnötige Arbeit bringt aber auf lange Sicht gesehen vielleicht auch unsere Arbeitsplätze sichern könnte.

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Beitrag von:
John/Jane Doe

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geschrieben am 21.02.2007 um 22:34 Uhr



Heijura schrieb:


Genau das ist es aber was unsere Arbeitsplätze im Notariat derzeit stärkt, insbesondere auch durch das elektronische Handelsregister. Durch diese "dämliche" Eingebemaske "XNotar" machen wir doch im Prinzip die Arbeit der Geschäftstellenbeamten und -angestellten des Gerichtes mit.

Ich habe neulich mit einer hiesiegen Richterin beim Handelsregister gesprochen. Diese schaut sich die von einem Notariat eingehenden Daten nur noch an. Vergleicht diese stichprobenartige mit den beigefügten elektronisch beglaubigten Daten der Urkunde, drückt dann einen Knopf und schwupps die Sache ist im HR eingetragen.

Früher oder später werden die Geschäftstellenmitarbeiter bei den Gerichten komplett abgeschafft und es sitzen dann nur noch vereinzelte Rechtspfleger und Richter bei den Amtsgerichten und segnen die von uns eingegebenen Daten ab!

Und genau das wird es in ein paar Jahren auch bei den Grundbuchämtern geben. Die öffentliche Hand wird durch diese Maßnahmen unmengen an Gehältern einsparen und Angestellte entlassen. Diese Arbeit wird derzeit auf die Notare "abgewälzt", was uns zwar mehr und vielleicht auch teilweise unnötige Arbeit bringt aber auf lange Sicht gesehen vielleicht auch unsere Arbeitsplätze sichern könnte.

Weiß nicht... wenn es wirklich mal so abgehen sollte, daß die IHK die gesamten Registersachen bearbeitet....

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Beitrag von:
Heijura
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geschrieben am 21.02.2007 um 22:55 Uhr



Schreibsklave schrieb:

Weiß nicht... wenn es wirklich mal so abgehen sollte, daß die IHK die gesamten Registersachen bearbeitet....



Klar wenn das so kommen sollte, dann schauen wir ganz schön in die Röhre. Aber genau deshalb müssen wir jetzt alle gucken, dass wir mit diesen "dämlichen" Programmen SigNotar und XNotar sowie dem EGVP-Client schnellst möglich umgehen können. Damit wir durch unsere tägliche Arbeit mit diesen Programmen deren dringend notwendige Weiterentwicklung förden (z.B. durch ständiges mitteilen der aufgetretenen Fehler usw.) und eventuell dadurch auch die Vereinfachung etlicher derzeit noch sehr umständlicher Arbeitsschritte vorantreiben können.

Gruß Heijura

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Beitrag von:
Udo
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geschrieben am 22.02.2007 um 07:46 Uhr

Besser hätte ich es nicht sagen können!!!!!!

Und genau so sollten wir alle gemeinsam das elektronische Handelsregister und die damit zusammenhängende Software angehen!

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Beitrag von:
John/Jane Doe

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geschrieben am 22.02.2007 um 21:22 Uhr

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Schreibsklave am 22.02.2007 um 21:40 Uhr ]



Heijura schrieb:

Klar wenn das so kommen sollte, dann schauen wir ganz schön in die Röhre. Aber genau deshalb müssen wir jetzt alle gucken, dass wir mit diesen "dämlichen" Programmen SigNotar und XNotar sowie dem EGVP-Client schnellst möglich umgehen können. Damit wir durch unsere tägliche Arbeit mit diesen Programmen deren dringend notwendige Weiterentwicklung förden (z.B. durch ständiges mitteilen der aufgetretenen Fehler usw.) und eventuell dadurch auch die Vereinfachung etlicher derzeit noch sehr umständlicher Arbeitsschritte vorantreiben können.

Gruß Heijura

Im Umkehrschluß könnte der EUGH die Notare aber auch als eine Art "Support" für die Software ansehen. Ich meine: Es läuft alles wie geplant, neue elektronische Erfassungsmöglichkeiten kommen hinzu und die Notariate bringen Verbesserungsvorschläge an. Wenn das System durch stetige Verbesserungen dann mal in nahezu ausgereifter Form dasteht, könnte es durch den EUGH immer noch gekippt werden - und die Notariate hätten auch noch bei der Verbesserung mitgeholfen. Der EUGH hätte im Laufe der Zeit also direkte Praxiserfahrungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit als Optimierung des Systems zur Verfügung. Was währe da einfacher, ein nahzu perfektes System direkt an den Endverbraucher (z.B. Gesellschaften) zu vermarkten? Klingt vielleicht wieder etwas zu finster, ich weiß....

@Udo:
Hat auch diese Möglichkeit Raum zur Überlegung gegeben?

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Marcus
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geschrieben am 27.02.2007 um 15:21 Uhr

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Marcus am 27.02.2007 um 23:43 Uhr ]

So, hier meine 2 ct zu den letzen 1,5 Seiten (hab schon länger nicht vorbei geschaut).

Der Grund für EGVP, ist nicht der Unterschied Windows / Linux. EGVP ist in Java geschrieben (genau so wie SN und XN) und läuft daher unabhängig vom Betriebssystem, man braucht halt nur Java dafür - sollte also auch auf einem Macintosh laufen).

XML ist ein allgemeiner, unabhängiger Standard im Textformat den so ziemlich jedes Programm lesen kann - will es ihn aber auch verstehen muss es den Dialekt können (XJustiz). Einfach mal eine XML Datei mit Firefox / Seamonkey öffnen und ihr werden sehen, dass die Daten strukturiert dargestellt werden und man die einzelnen Äste (z.B. Beteiligtendaten) auf/zuklappen kann.

OSCI ist ein Transportprotokoll, mit dem die Daten dann später transportiert - auch unabhängig von irgend welchen Betriebssystemen.

EGVP braucht man damit man einen sicheren Kommunikationsweg (verschlüsselung) mit den Behörden hat. Darüber hinaus muss auch der Absender eindeutig identifizierbar sein. Kennt jeder vom SPAM / Phishing Mails - jede 3. Mail kommt von einer Bank bei der man angeblich ein Konto hat und seine Daten bestätigen soll, also absolut unsicher.

Daher gibt es in EGVP auch verschiedene Möglichkeiten Nachrichten zu verschicken (betrachtet es als eMail Programm). Erstellt einfach mal eine Neue Nachricht und ihr könnt zwischen unsigniert, fortgeschrittener Signatur und qualifizierter Signatur wählen.

EGVP ist keine Erfindung nur für die Register. Schon viel länger sind die einige wenige andere Gerichte, Bundesfinanzgericht etc. über EGVP erreichbar. Das Ziel ist klar, irgendwann sollen alle Gerichte -gleich welcher Art- über eine einheitliche und sichere Schnittstelle erreichbar sein.

Den EGVP gibt es daher auch kostenlos, es kann also jede Firma auch ohne Notar ihre Gesellschafterliste bei Gericht einreichen. Da das Gericht aber sicher sein will, das es auch von der richtigen Person eingereicht wird braucht der GF dann allerdings doch eine Signaturkarte, die seine Person bestätigt.

So benutzen auch Rechtsanwälte EGVP, um beim Gericht Klagen einzureichen.

Dann wird klar, warum es im EGVP Fachdaten Import und nicht Registeranmeldung heißt. Viele verschiedene Berufszweige müssen unterschiedliche Unterlagen einreichen. Schaut mal bei Mäuse-Klick die Fachdaten an - Insolvenzen, Strafsachen, Mahnwesen etc. alles wird irgendwann über diese Schnittstelle laufen.

Daher auch das mehrfache Signieren. In EGVP unterschreibt der Notar den Antrag. Natürlich wäre es schön wenn der Notar nur einmal signieren müsste, ich renne ihm dann auch mehrmals am Tag hinterher, aber das wird sicherlich noch eine ganze Weile dauern.
EGVP kommt von den Ländern, XN / SN von der BNotK und die ist ja nicht der einzigste Nutzer, dass muss mit anderen Programmen z.B. von Rechtsanwälten auch gehen.

Wir müssen aber nicht einfach nur eine Nachricht an das Gericht schreiben sondern auch die el. Weiterverarbeitung ermöglichen - daher die Strukturdaten.
Sonst kann man auch nur mit EGVP was schreiben und die Anlagen verschicken. Dann fehlte aber bei Gericht der Automatismus, der erkennt welche Abteilung zuständig ist und den Antrag der richtigen Firma zuordnet. Wer weis wie lange es dann dauert, bis die Zentrale Poststelle die Nachricht weiterleitet.

Dabei hilft uns dann XN. Aber man braucht es nicht, wenn das eigene Notariatsprogramm auch XML Dateien im Standard XJustiz.Register erstellen kann. Trigondata arbeitet daran, aber die können sich auch nur auf Standardfälle beschränken und werden XN hinterher hinken.
Das Format ist auf Mäuse-Klick alles dokumentiert - kein Problem. Nur dummer Weise reicht hier nicht einfach die technische Seite, sondern man braucht auch das Fachwissen welche Unterlagen / Beteiligte man bei welchen Fällen braucht.
Also die ganzen Filtermöglichkeiten die XN bietet. Dass diese nicht perfekt sind, wissen wir glaub ich alle aber die BNotK ist da wohl am geeignetsten um das umzusetzen. Dummerweise halt nicht von Praktikern sondern mehr von Notaren / Assessoren, die dann mehr die Theorie beherrschen und nicht damit arbeiten.
Mein größter Hass: wortweises Springen mit STRG+Cursortasten geht nicht

Aber wozu haben wir denn den Support bezahlt? Wir rufen einfach so lange an, bis es geändert wird

Wer's kostenlos will kann auch die XML Datei von Hand mit einem Texteditor schreiben, mal sehen wie lange es dauert bis die fertig ist

Kostentechnisch sieht es nicht wirklich schlecht aus, so eine HRA kann sich inzwischen durchaus sehen lassen. Die in den MitBayNot favorisierte Variante mit 136 für das Einscannen finde ich nicht so gelungen, wir nehmen für Scannen und Strukturdatenerstellung zusammen einmal 147 II, der % ist abhänig vom Aufwand. 136 III kommt natürlich für den Versandt je Anlage dazu.
Auf dem Vortrag bei der RNotK war auch Notar Klein (macht Kostenrecht beim Assistenten und Referenten) der Meinung, dass man 147 II nehmen kann.

Billiger wird es trotzdem - die Gerichtsveröffentlichung im el. Bundesanzeiger kostet nur noch 1 EUR. Hat bei der Liquidation eine Veröffentlichung noch 110 EUR gekostet, ist man beim el. Bundesanzeiger mit 10 EUR dabei. Es kann also beim Notar ruhig etwas teurer werden, aber wir tun ja auch einiges dafür.

Wir könne wirklich froh sein, dass mit dem el. Register die Notare gestützt werden. Denn Kosten sind gerade in den letzten Jahren für viele Klienten wichtiger als alles andere. Schon früher sind die großen Gesellschaften in die Schweiz zum beurkunden gegangen, weil dort die Gebühren niedriger sind.
Aus dem Grund machen auch viele ihr privatschriftliches Testament / Berliner Testament. Immer häufiger hat man am Telefon die Diskussion darüber was wieviel kostet.

Die IHK Köln hat vor einigen Wochen eine Rundschreiben mit eMailadressen geschickt, an die man Anfragen wegen Firmennamen / Gutachten stellen kann.
Darin schrieben sie auch, dass sie an EGVP noch nicht angeschlossen sind. Da der Client kostenlos ist, kann es daran wohl nicht liegen, eher dass die Software der IHK keine Strukturdaten erstellen kann.

Klang für mich mehr wie ein Hilferuf: Man sei noch da und könnte /möchte noch irgend etwas tun.
Mit dem EHUG wurde auch eine Vorschrift für die Gerichte geändert. Stellungnahmen sollen von der IHK nur noch in Ausnahmefällen angefordert werden. Bisher war es noch Ermessenssache des Rechtspflegers / Richters. Mit dem el.HR kann der Rechtspfleger deutschlandweit nach namensgleichheiten suchen -das hat die IHK früher auch nicht gekonnt-, mögliche problematische Namensbestandteile kann er so erkennen.
Auch hier bangt man um die Existenzberechtigung.

Falls jemand keine Lust auf el. HR hat, darf er die Firmen gerne zu uns schicken. Wir hatten letzte Woche tatsächlich den Fall wo jemand im Januar bei einem Rechtsanwalt und Notar eine GmbH gegründet hat und der nicht in der Lage war den elektronischen Antrag zu stellen. Das AG hatte ihm schon den Papierantrag wieder zurück geschickt mit entsprechenden Hinweis - vom EHUG hat der wohl noch nichts gehört. Es war aber auch eh das falsche AG, ein HR gibt es dort schon seit einigen Jahren nicht mehr. Das ganze, wo er gerade mal 150 km vom AG entfernt sein dürfte.

Eine GmbH-Neugründung habe ich übrigens schon nach 3 Arbeitstagen zurück erhalten, gibt aber auch einige Anträge die mehrere Wochen brauchen. Insgesamt aber wird das ganze schon schneller.

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